Impressionen von der 8. DSV - Skilanglaufserie 
Planegg (dsv-press)
Text und Foto: Rita Balon


Ski-Trail Tannheimer Tal

Erfolgreicher Auftakt im Tannheimer Tal - Bad Hindelang

 Über 1.000 Langläufer(innen) gingen am 22./23. Januar bei der 8. DSV Skilanglaufserie 2005 im Tannheimer Tal – Bad Hindelang an den Start
Fast wäre die Auftakt-Veranstaltung der 8. DSV Skilanglaufserie regelrecht ins „Wasser“ gefallen. Bis Freitagvormittag stürmte und regnete es ohne Unterbrechung. „Schwierige Bedingungen haben bei uns Historie“, so Chef-Organisator Michael Keller. Trotzdem behielt er die Nerven  bis zur letzten Minute. Der Mut der Veranstalter im Tannheimer Tal und Bad Hindelang wurde belohnt: Im Laufe des Freitags ging der Regen langsam in Schnee über. Und endlich konnten die rund 400 freiwilligen Helfer Tag und Nacht arbeiten, um den mehr als 1.000 Langläufern aus rund 13 Nationen wettkampftaugliche Loipen zu präparieren.

Sonne, Wind und Schneeschauer begleiteten die Starter am Samstag, auf der 12 und 25 Kilometer langen Strecke in der klassischen Diagonaltechnik. Auf den größtenteils flachen Rundkursen wechselten Pulverschnee, Eis und Nass-Schnee. Bei diesen nicht leichten Bedingungen entschied auch das richtige Wachs über Sieg oder Niederlage.
Nach dem DSV-Motto: Langlauf für alle! gingen auf der kurzen Distanz rund 60 Breitensportler in die Loipe. Ein echtes Erlebnis für alle Könnenstufen und Altersklassen - der jüngste Teilnehmer war 15, der älteste 74 Jahre alt. Aber auch Anfänger nutzten die Gelegenheit, um die Faszination einer derart hochkarätigen Volksskilanglauf-Veranstaltung kennenzulernen. Während auf der kurzen Distanz die Zeitabstände relativ groß waren, kam es auf den 25 Kilometern, bei der rund 200 Läufer an den Start gingen, zu sehr knappen Entscheidungen. Der souveräne Sieger Christian Baldauf wurde von zwölf Läufern in einem atemberaubenden Sprint verfolgt. Mit einer Skispitze lief Thomas Ruppaner aus Oberstdorf auf den zweiten Platz vor den Drittplazierten Andreas Möse. Kurios war der Ausgang in der Damenklasse. Zeitgleich liefen Kerstin Drexel aus Isny und die Italienerin Ingrid Puntel über die Ziellinie.
Auch am Sonntag gab es einen Doppelsieg beim 50 Kilometer Skating-Wettbewerb: Stephan Zirngibl und Johann Mühlegg sprinteten unter dem Beifall der vielen Zuschauer „Hand in Hand“ über die Zielgerade. „Nachdem wir nur noch zu zweit das Feld anführten, beschlossen wir, die letzten Kilometer gemeinsam zu laufen“, freute sich Stephan Zirngibl über den gemeinsamen Sieg. Mit über vier Minuten Rückstand kam Bernhard Ihsen als Dritter ins Ziel, nachdem er auf den letzten zwanzig Kilometern gewaltig aufgeholt hatte. Bei den Frauen wiederholte sich das Duell der beiden Favoritinnen Bernadette Höfle und Stephanie Mayr wie im letzten Jahr. Nur war die Reihenfolge heuer umgekehrt: Bernadette Höfle aus Isny war rund eine Minute schneller als Stephanie Mayr. Als dritte skatete Angelika Völk aus Fürstenfeldbruck über die Ziellinie.
Den 30-Kilometer-Lauf der Männern gewann Andreas Möse, der bereits am Samstag bei der klassischen Technik auf den dritten Platz fuhr. „Die 25 Kilometer gestern haben einiges an Kraft gekostet“, berichtet Andreas Möse erschöpft und freudestrahlend.  Er verwies, wenn auch nur knapp, Florian Hatt und Peter Milz, ein Langlauf-Urgestein aus dem Allgäu, auf die Plätze.
Eine klare Angelegenheit war das Rennen bei den Frauen auf der 30-Kilometer-Strecke. Katrin Höfler lag über vier Minuten vor Tanja Erler aus Österreich und Ingrid Puntel aus Italien.
Sowohl die Teilnehmer als auch die Sponsoren waren voll des Lobes. „Trotz der Wetterkapriolen haben es die Veranstalter geschafft, beste Bedingungen für die Teilnehmer  zu schaffen,“, so DSV-Vizepräsident Norbert Schied, der es sich nicht nehmen ließ, die Sieger gebührend zu ehren. Auch die Service-Stationen, die Verpflegung und das Rahmenprogramm konnten nicht besser sein. In der großen Tennishalle „Sägerklause“ gab es eine umfangreiche Expo-Area, in der sich Zuschauer und Teilnehmer rund um den Langlaufsport informieren konnte. So stellten die Firmen Fischer Ski und Swix für die Teilnehmer Ski- und Wachstests bereit. Die Skischule Oberallgäu bot Gratis-Langlauf-Technikkurse an, um den Teilnehmern den letzten Schliff für den Wettkampf zu verpassen. Und die Firma Seeberger (Power-Trockenfrüchte) beriet die Sportler in allen Ernährungsfragen. „Wir sind glücklich“, betont DSV Breitensport-Direktor Hubert Brühl, „dass die DSV Skilanglaufserie mit einer derart professionellen Veranstaltung wie dem Ski-Trail Tannheimer Tal - Bad-Hindelang startet.“

 

König-Ludwig-Lauf

Die Steigerung des Superlativs im Skilanglauf hieß am Wochenende König-Ludwig-Lauf. Zum 33. Mal startete in Oberammergau einer der größten Volkskiläufe. 3.400 Teilnehmer aus 27 Nationen waren nach Bayern gekommen, um bei „Kaiserwetter“ ein märchenhaftes Skikönigreich zu erfahren.  

Der Internationale König Ludwig Lauf hat in der Skilanglauf-Szene einen herausgehobenen Stellenwert. Er geht in die Wertung von vier bedeutenden Volksskilaufserien ein: dem FIS Marathon Cup, dem World- und Euroloppet sowie der DSV-Skilanglaufserie. Dementsprechend hochkarätig ist das Starterfeld besetzt. Zudem war das Rennen Schauplatz der 10. Weltmeisterschaft für Ärzte.
Frau Holle hatte es im Vorfeld gut gemeint und den Schnee in großen Mengen in Oberammergau abgeladen. Die geplante 55 Kilometer-Strecke musste darauf hin sogar um fünf Kilometer verkürzt werden, bevor es am Samstag in freier und am Sonntag in klassischer Technik an den Start gehen konnte. Auf hervorragend präparierten Strecken kam das internationale Feld schnell in Fahrt. Während an der Spitze die Top-Läufer Tempo machten, erfuhren Breitensportler und die ambitionierten Hobby-Läufer aus allen Altersklassen Skilanglauf in Hochkultur. Die erreichte Zeit war wichtig, aber eben nicht alles. Schloss Linderhof im Wettkampftempo zu passieren, zählt ohne Zweifel zu den Highlight des internationalen Volkslaufkalenders und kann sich mit »Klassikern« wie dem Vasa-Lauf oder dem Engadin-Marathon messen. Hans Reicherl, Mitbegründer und Organisator des König Ludwig Laufs, war zufrieden mit dem Skiwochenende: „Das Wetter war himmlisch und die Leistungen großartig. Unsere frühzeitige internationale Werbung hat sich bewährt. Allein aus Russland waren 111 Starter nach Oberammergau gekommen. Der König Ludwig Lauf ist eine Institution im World- und Euroloppet-Verbund.“  
Das Konzept sieht Angebote für Jedermann und –frau vor. Die Strecken führten über 23 und 50 Kilometer mit einem anspruchvollen Beginn und einem schnellen Schlussteil. Am Samstag hatten die Skater allerdings mitunter wegen der überraschend niedrigen Temperaturen mit „stumpfem“ Schnee zu kämpfen. Christian Seeger aus Wiggensbach focht dies über 50 Kilometer nicht an. Kraftvoll lief der 24-Jährige in 02:12:17.5  Stunden auf Rang eins und ließ den früheren Weltklasseläufer Johann Mühlegg (02:16:03.7) deutlich hinter sich. Auf Rang drei rangierte Falk Goepfert aus Reit im Winkl (02:16:57.0). Bei den Damen machte auf der gleichen Strecke Katharina Echter aus Grainau (02:43:28.8) das Rennen, gefolgt von Renate Forstner aus Raubling (02:47:20.2) und Monika Moser aus Andelfingen (02:48:18.0).
Die 50 Kilometer Klassisch entschied der Tscheche Stanislaw Rezac (02:18:01.2) für sich. Auf den Rängen zwei und drei folgten der Schwede Oskar Svard (02:18:01.9) und der Italiener Gianantonio Zanetel  (02:18:08.9). Bei den Damen siegte Christina Paluselli, Italien, in 02:41:59.3 vor der Schwedin Sofia Lind (02:47:18.9) und Irina Navranovich (02:52:57.0) aus Weißrussland.
Beim König Ludwig Lauf geht es nicht nur ums Siegen und Serienwertungen. Auch das Rahmenprogramm hat hohes Niveau. So starteten beim „Mini-Kini“ 147 Kinder auf einer Fünf-Kilometer-Strecke. Darüber hinaus gab es noch einen Nachwuchssprint für 16- bis 18-Jährige und einen nächtlichen Show-Sprint mit Cracks wie dem Olympiasieger aus Italien Silvio Fauner. OK-Chef Reicherl ist auch mit diesem Teil der Veranstaltung hoch zufrieden: „Das hat einfach Spaß gemacht. Wir haben hier in Oberammergau in jeder Beziehung Werbung für den Skilanglaufsport erlebt.“ 

 
 

Internationaler Kammlauf von Klingenthal


Im tief verschneiten Winterwald des Vogtlandes fanden über 1.300 Skilangläufer beim 33. Kammlauf beste Wintersportbedingungen vor.

Rund 100 Kinder »skateten« am vergangenen Samstag wild drauf los, um nach 3,5 Kilometer den oder die schnellsten Minis zu ermitteln, bevor
323 erwachsene Starter die Gelegenheit nutzten, auf die 25-Kilometer-Skating-Strecke zu gehen. Am Sonntag platzte dann der »Kamm« aus allen Nähten. 349 Starter über die 50 Kilometer und 541 über 25 Kilometer klassisch bevölkerten den Wald entlang der tscheschischen Grenze. Mit dem Ablauf der fünften von sechs Veranstaltungen im Rahmen der DSV-Skilanglaufserie konnte Manfred Deckert, ehemals Weltklasseskispringer, und Präsident des organisierenden VSC Klingenthal somit »hochzufrieden« sein.
»Das sind zwar noch keine Rekordzahlen«, weiß Andreas Hille vom VSC, die lägen bei rund 1.600 Startern, doch sei nach dem Teilnehmertief kurz nach der »Wende« ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. Ein Teil der Skilanglaufserie des Deutschen Skiverbandes zu sein, trage dazu ebenfalls bei. »Die Namen kennt man schon« sagt Hille und meint die engagierten Langläufer, die auf die Gesamtwertung schielen. Die Serie findet ihren Abschluss mit dem Int. Subaru Skadi Loppet vom 18. Bis zum 20. März in Bodenmais im Bayerischen Wald.
Die 10-km-Strecke mußte aus organisatorischen Gründen in diesem Jahr gestrichen werden. Dennoch macht man sich Gedanken. »Da muss eine Lösung her«, weiß Hille, der in dieser Zielgruppe natürlich eine Zukunft sieht. Bei derart tollen Bedingungen wie an diesem Wochenende, müssen sich die Veranstalter vom VSC aber keine Sorgen machen. Der nächste »Kamm« findet am 25. und 26.Februar 2006 statt.
Text: Marc Schneider
Fotos: Enno Röder

 

Siegerehrung in Oberhof

Am 16. April führte die DSV-Skilanglaufserie im Rahmen ihrer jährlichen Arbeitstagung die Siegerehrung für die abgelaufene Serie durch. Der Thüringer Skiverband hatte die Ehrung und die Tagung hervorragend organisiert. Im Beisein der Vertreter der Veranstalter konnten die besten 6 Damen und Herren sowie die 3 siegreichen Teams geehrt werden. Die Präsidentin des TSV, Frau Reuß und der Direktor Breitensport des DSV, Dr. Hubert Brühl nahmen die Ehrungen vor. Als langjähriger Cheforganisator des Rennsteigskilaufs wurde der Sportfreund Helmut Aschenbach vom WSV "Schneestern" Seeligenthal aus der Runde der Veranstalterchefs verabschiedet.
Am Vortag wurden in der Arbeitstagung das Reglement, Termine und Änerungen beschlossen. Vorrangiges Ziel ist die Popularisierung der Serie und die Gewinnung von neuen Teilnehmern für die Skilanglaufwettbewerbe. Dabei soll über ein qualifizierteres Rahmenprogramm vorallem Kinder und Familien für den Skilanglaufsport gewonnen werden.
Fotos: W. Bache